Widerstand umgehen und mit Widerstand umgehen

Alle Blogbeiträge Veröffentlicht am 2.07.2020

Du bist Projektleiter für die Einführung des Social Intranets in eurem Unternehmen. Stolz kündigt der Vorstand die neue Initiative an: „Wir möchten neue Formen der Kommunikation sowie der Zusammenarbeit ermöglichen und somit unsere Unternehmenskultur langfristig für die digitale Transformation vorbereiten.“ Sofort wird dir klar, dass nicht alle deiner Kollegen von diesem Vorhaben begeistert sein werden. Dabei hängt Projekterfolg unmittelbar von der Akzeptanz des Social Intranets ab. Also wie sollst du nun umgehen, mit den Widerständen der Kollegen?

Die richtigen Erwartungen gegenüber Widerstand     

Zuerst solltest du dir bewusst machen, dass Widerstand eine ganz normale Reaktion auf Veränderung ist. Ein altes chinesisches Sprichwort lautet: "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." Wie hoch diese Mauern sein werden, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel davon, wie effektiv Veränderungen in der Vergangenheit begleitet wurden oder wie groß der Einfluss des Wandels auf den Berufsalltag der Mitarbeitenden ist. Für dich geht es jedoch nicht darum, das Auftreten dieser Widerstände komplett zu verhindern. Wichtig ist nur, dass du dich nicht von den Widerständen überraschen lässt. Auch wenn das neue Social Intranet die perfekte Lösung für einige Probleme darstellt, die viele Mitarbeitende bereits seit langer Zeit plagen, wird es Widerstände geben. Denn der Komfort des Status Quo ist außerordentlich hoch und Veränderung kostet Kraft.

Drei Wege für den Umgang mit Widerständen

Um die Auswirkungen von Widerständen zu mildern, gibt es im Grunde drei Handlungsmöglichkeiten. Diese schließen sich jedoch keineswegs aus, sondern ergänzen sich optimal zu einem ganzheitlichen System für den Umgang mit Widerständen.

1. Widerstände vermeiden

 

Etwa die Hälfte der auftretenden Widerstände können vermieden werden, das belegen zahlreiche Studien von Prosci zum Thema Change-Management. Und dafür zu sorgen, dass Widerstände gar nicht erst aufkommen ist deutlich angenehmen, als später mit ihnen umzugehen. Daher solltest du in jedem Fall einen strukturierten Change-Management-Ansatz auf dein Projekt anwenden. Dieser hilft dir, die nötigen Schritte zu ergreifen, um ein Bewusstsein für die wichtigsten Fragen zu schaffen: Warum findet der Wandel statt? Warum geschieht er jetzt? Welche Risiken bestehen, wenn sich nichts ändert? Außerdem solltest du die Führungsetage und das mittlere Management einbinden, um die Ziele und Priorität des Projektes zu kommunizieren. Denn der häufigste Grund für Widerstand ist das fehlende Bewusstsein für die Notwendigkeit der Veränderung. Indem du diesbezüglich für Klarheit sorgst, kannst du bereits einem großen Anteil der Widerstände vorbeugen.
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2. Proaktiv mit Widerständen umgehen

Als Projektleiter hast du wahrscheinlich schon ein Gefühl, wo Widerstände auftreten könnten. Um Widerständen proaktiv zu managen, solltest du daher unbedingt auf dieses Bauchgefühl hören. Häufig sagen Projektleiter nach dem Auftreten von Widerständen: „Wir wussten, dass diese Gruppe resistent gegenüber dem Wandel ist und abwehrend reagieren wird“. Aber allzu oft wird diese Vorahnung vernachlässigt oder ausgeblendet. Wenn du kritische Stimmen jedoch außen vor lässt, provozierst du dadurch meist nur noch stärkere Widerstände zu einem späteren Projektzeitpunkt. Beim proaktiven Umgang mit Widerständen geht es daher darum, wahrscheinliche Resistenzen zu antizipieren, sodass diese frühzeitig eingeplant werden können. Dazu zählt es auch Maßnahmen festzulegen, wie auf Widerstände reagiert werden soll.

 

3. Reaktiv mit Widerständen umgehen

Nachdem du präventiv Widerstände vorgebeugt und proaktiv Handlungsmaßnahmen erarbeitet hast, geht es darum mit den Resistenzen umzugehen, die nicht vorhergesehen oder verhindert werden konnten. Diese treten meisten auf, nachdem das Social Intranet live gegangen ist und die Veränderungen für die Mitarbeitenden spürbar werden. Für diese Phase solltest du Mechanismen vorbereiten, um zu erkennen, wo Widerstände auftreten. Hier ist besonders das Feedback von Mitarbeitenden wichtig. Deshalb sollten die Feedbackkanäle möglichst einfach zu nutzen und allen bekannt sein. Falls du weiteres Feedback wünschst, bietet es sich häufig an, direkt Führungskräfte einzubinden. In der Regel haben sie einen guten Überblick darüber, wie ihre Mitarbeiter dem Wandel gegenüber eingestellt sind. So kannst du auch nach dem Go-Live gezielte Maßnahmen ergreifen und die Akzeptanz eures Social Intranets stetig steigern.

 

Fazit

Widerstand ist eine natürliche Reaktion auf Veränderungen. Jedoch sind die Dauer und Auswirkungen der Widerstände davon abhängig, wie du Mitarbeitende in ihrem persönlichen Veränderungsprozess unterstützt und mit den Widerständen umgehst. Durch einen effektiven Umgang minimierst du negative Auswirkungen auf die Mitarbeitenden, erhöhst die Wirkung des gesamten Projekts und öffnest so die Tür für die Erreichung eurer Ziele. 

 

Deine Checkliste für den Umgang mit Widerständen

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Zum Abschluss möchten wir dir einige Fragen an die Hand geben, welche dir dabei helfen, die wichtigsten Aspekte für den Umgang mit Widerständen zu beachten:

1. Erwartest du Widerstände und berücksichtigst diese für deine Projektplanung?

2. Hast du identifiziert, wo Widerstände in der Organisation auftreten könnten?

3. Hast du erkannt, wie Widerstände sich im Projektverlauf äußern könnten?

4. Kennst du die Gründe für das Auftreten der Widerstände?

5. Nutzt du ein System, um Widerstände frühzeitig zu erkennen, wenn sie auftreten?

6. Hast du Maßnahmen für den Umgang mit Widerständen entwickelt?

 

👉🏻 Falls du alle Fragen mit JA beantworten kannst, bist du bestens auf die Herausforderungen im Umgang mit Widerständen vorbereitet und eurem erfolgreichen Social Intranet steht nichts mehr im Wege.

🙋🏻‍♂️ Wenn du mehr über unseren Partner Kronsteg wissen möchtest, dann schau mal hier oder nimm direkt Kontakt mit ihnen auf.

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Autor

Patrik Kolligs

Als Gründer und COO von Kronsteg ist Patrik mit der internen Digitalisierung bestens vertraut. So unterstützt er Unternehmen als Berater, insbesondere im Bereich Change-Management und Strategie.