Die Haltung entscheidet über den Social-Intranet-Erfolg

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arrow-right Alle Blogbeiträge Veröffentlicht am 12.11.2021

In einem Intranet-Projekt werden Haltungen sichtbar. Haltungserweiterung kann die Kulturentwicklung fördern und die Intranet-Nutzungsstatistik erhöhen.

Wenn sich die Idee von einem Social Intranet im Unternehmen verbreitet, hören wir oft Sätze wie: „Die Leute sollen arbeiten und nicht im Intranet daddeln.“ Oder: „Bringt uns die Plattform eine Kosteneinsparung?“ Oder aber: „Das ist unsere Chance, die interne Kommunikation anzukurbeln“. 

Aus solchen Aussagen lässt sich die Einstellung zum Thema raushören. Je nach Haltung begegnen wir Neuem mit unterschiedlichen Denkweisen. Diese verändern sich im Laufe der Zeit. Am Anfang sind wir mit neuen Dingen oftmals überfordert, wachsen dann aber in neue Rollen hinein, die auch unsere Haltung erweitern, wie die folgende Abbildung zeigt. Auch bei der Social-Intranet-Einführung können wir das beobachten.

 

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Die innere Haltung erkennen 

Das Buch „Haltung entscheidet“ von Martin Permantier war Inspiration für unsere Übersicht „Intranet und Haltung“, die man sich hier herunterladen kann. 

Die folgende Übersicht zeigt, welche haltungstypischen Aussagen auf welche Haltung der Mitarbeitenden und Führungskräfte zur Intranet-Einführung schließen lassen – vom Umgang mit Privatem im Intranet über die Transparenz bis zu den Nutzungsbedingungen.

Mit diesen Erkenntnissen können wir als Intranet-Verantwortliche arbeiten. Ein Team, dessen Mitglieder beispielsweise noch überwiegend im Konkurrenzmodus sind, wird den Wissensaustausch in einer Community eher nicht vorantreiben. Hier sollten wir erst emotionale Referenzerlebnisse für die Nutzer schaffen, die die Vorteile einer engeren Zusammenarbeit sichtbar machen. Ein Intranet-Start braucht also eine bestimmte Reife, damit Austausch, Teilen, wertschätzende Kommunikation usw. stattfinden können und COYO vollumfänglich genutzt wird.

 

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Die innere Haltung durch Angebote erweitern 

Ein aktives Mittun beim Intranet-Projekt und die Nutzung der Plattform selbst können wiederum selbst eine Haltungserweiterung fördern, die auch andere Bereiche in der Organisation positiv beeinflusst. Viele Projekte haben gezeigt: Ein Social Intranet ist erfolgreicher, wenn wir uns nicht nur um Strukturen und Prozesse bemühen, sondern auch Maßnahmen zur Selbst-, Team- und Kulturentwicklung anbieten.

 

Fünf Maßnahmen, die eine Haltungserweiterung während einer Social-Intranet-Einführung fördern:

 

1. Nutzer einbeziehen

Die aktive Auseinandersetzung mit Neuem fördert generell eine Reifung. Deshalb ist es gut, viele zukünftige Nutzer bereits in das Projektgeschehen vor dem Launch einzubeziehen. Es ist ein Trugschluss, zu glauben, es sei besser, als Projektteam möglichst viel allein zu machen, damit andere nicht „belastet“ werden.

2. Informelle Kommunikation

Die informelle Kommunikation ist der Kulturträger. Innere Haltung wird im Denken und in der Sprache sichtbar. Wenn wir also informelle Kommunikation fördern, fördern wir eine Selbst- und Kulturentwicklung. Projektteams können beim Bau des Intranets auf Features setzen, die zur informellen Kommunikation einladen.

3. Rollenübernahme

Die Übernahme von Rollenverantwortung ist ein Entwicklungsbeschleuniger. Rollen, die bei der COYO-Einführung besetzt werden können, sind z.B. Community-Manager oder Redakteure. 

4. Reflexion

Um die Haltung in sich selbst und anderen wahrzunehmen, ist die Reflexion der eigenen Haltung zentral. In alle Meetings, Workshops, Trainings oder Treffen können wir Reflexionsangebote einbauen. 

5. Coaching

Ein projektbegleitendes Coaching der Führungskräfte und des Projektteams und die enge Betreuung der Communitys beim Start setzen Impulse für Veränderungen und Haltungserweiterung.

 

Von der Theorie zur Praxis: Haltung bei der AWO Unterfranken

Die AWO Unterfranken ist bei der Einführung des COYO-Intranets „AWORLD“ mit COYO-Partner perlrot gemeinsam gewachsen. Viele der künftigen 2.900 Nutzer wurden in Anforderungsworkshops eingebunden. Während 20 Redakteure co-kreativ für die architektonische und inhaltliche Gestaltung der AWORLD sorgten, erprobten 50 Community-Manager das Arbeiten in digitalen Teams und tauschten sich im monatlichen Community-Manager-Café zu ihrer Lernreise aus.

Alle Führungshierarchien erarbeiteten Positionen zu Leitplanken, zum digitalen Führen oder zu einer verbesserten Kommunikation. Wichtige Impulse setzten wir zum Thema „Haltungserweiterung“: Wie können wir das Intranet nutzen, um die gewünschte Kommunikation mehr zu aktivieren? Was könnten wir weniger machen? Was könnten wir verstärken? 

 

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145 von 200 Führungskräften waren bereits vor dem Launch Abonnenten des Infokanals und verfolgten dort auch die Serie „Intranet und Haltung“. In den monatlichen Führungskräfte-Workouts werden haltungserweiternd Themen besprochen, die in den AWO-Einrichtungen aufkommen. Mehr zum Thema digitale Führungsqualitäten findet ihr hier.

Derzeit wird z. B. gerade diskutiert, ob die Kollegen ohne Bildschirmarbeitsplatz während der Arbeitszeit mit ihrem Smartphone die AWORLD nutzen dürfen. Auf der einen Seite fördert die AWORLD die Bindung zu den Kollegen, der Einrichtung, dem Verband. Auf der anderen Seite muss die Arbeitszeit den Bewohnern und Klienten gehören. In einigen Einrichtungen gibt es aus diesem Grund noch ein Smartphone-Verbot. Was ist unsere Haltung dazu mehr Kontrolle oder mehr Freiheit?

 

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Im Projektrückblick betrachtet, hat das Arbeiten an Tools und Prozessen und formalen Strukturen eine hohe Sichtbarkeit gebracht. Den meisten Einfluss auf die Organisationsentwicklung spüren die Projektverantwortlichen aber durch die informelle Kommunikation und die Haltungserweiterung.

Die Entscheidung, das Thema Haltungserweiterung mit dem Social-Intranet-Projekt zu koppeln, hat übrigens nicht unbedingt Auswirkungen auf das Budget. Den entscheidenden Unterschied macht die innere Reife des Projektteams, der Entscheider und, nicht zuletzt, der unterstützenden Dienstleister. Denn Haltung entscheidet – auch in Social-Intranet-Projekten.

 

Die Take-aways

1. Ein Social Intranet braucht einerseits eine erweiterte Haltung und die Bereitschaft zur Kooperation, damit das Potenzial genutzt wird. Andererseits fördert die Intranet-Einführung und Nutzung die Erweiterung der Haltung.


2. Haltung entscheidet – auch in Social-Intranet-Projekten. Haltung macht den entscheidenden Unterschied bei Nutzungsstatistiken und bei der Kommunikations- bzw. Zusammenarbeitskultur.


3. Die Übersicht zum Erkennen der inneren Haltung bei Intranet-Projekten kann man sich hier herunterladen. Sie hilft, Projektmaßnahmen maßgeschneidert auf die Zielgruppen abzustimmen. 

 

👉🏻 Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von unserer Partnerin Steffi Gröscho von perlrot.

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Autor

Steffi Gröscho

Steffi Gröscho von perlrot ist COYO-Partnerin und Umsetzungsbegleiterin bei der Einführung von Plattformen für Kommunikation und Zusammenarbeit. Gestaltet werden die Plattformen co-kreativ, wachstumsorientiert und wirkungsvoll. Ihre drei Hashtags: #Nutzeraktivierung, #Haltungentscheidet und #willkommeninderneuenarbeitswelt.

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