Wie Corporate Influencing und die Interne Kommunikation voneinander profitieren

Alle Blogbeiträge Veröffentlicht am 23.03.2021

Corporate Influencer: Ein Buzzword, das immer häufiger fällt. Meiner Meinung nach zu Recht. Das Potenzial, das in dieser neuen Art der Unternehmenskommunikation steckt, ist immens – und das nicht nur für die externe Kommunikation. In diesem Blogartikel habe ich für euch ein paar allgemeine Informationen zum Thema Corporate Influencing zusammengefasst. Zudem skizziere ich, wie eure interne Kommunikation nicht nur davon profitieren, sondern auch, wie sie den Bereich des Corporate Influencings im Unternehmen vorantreiben treiben kann.

 

Bevor wir uns die Vorteile von Corporate Influencing für die interne Kommunikation etwas genauer ansehen, klären wir zunächst ein paar allgemeine Fragen. Los geht’s!

 

Was ist überhaupt ein Corporate Influencer?

Corporate Influencer sind Mitarbeiter eines Unternehmens, die eine besondere Art von Markenbotschaftern sind. Sie geben Unternehmen in den sozialen Netzwerken ein Gesicht und helfen bei der Vermarktung erklärungsbedürftiger Produkte. Dabei unterscheiden sie sich vom klassischen Markenbotschafter. Während dieser Unternehmensneuigkeiten eins zu eins teilt und eher als reiner Multiplikator einer Unternehmensbotschaft zu verstehen ist, greift ein Corporate Influencer Unternehmensthemen auf, versieht diese mit einer persönlichen Note und generiert damit einen zusätzlichen Mehrwert.

Eine weitere Abgrenzung gibt es zum B2B-Influencing, bei dem der Fokus nicht auf einem speziellen Unternehmen liegt, sondern vielmehr auf der allgemeinen Branche bzw. dem Fachbereich, in dem entsprechende Personen aktiv sind.

 

Wer kann Corporate Influencer werden?

Eine Definition per se gibt es nicht, jedoch tauchen vermehrt bestimmte Rollen unter den Corporate Influencern auf. Beispielsweise:

CEO, Geschäftsführung und Gründerteam

Experten in unterschiedlichen Unternehmens- und Fachbereichen

• Mitarbeitende in der Unternehmenskommunikation bzw. Public Relations

Im Grunde kann aber jede Person im Unternehmen Corporate Influencing betreiben – selbst wenn sie nicht zu den o.g. Kreisen gehört. Viel wichtiger, als die Rolle, sind die Fähigkeiten und die Einstellung, die diese Person mitbringen sollte. Das Allerwichtigste ist die intrinsische Motivation, denn Corporate Influencing lebt von Freiwilligkeit. Zudem sollte die Person eine entsprechende Kompetenz in ihrem Bereich haben und diese versiert und authentisch nach außen transportieren können. Bedeutet: Ein Corporate Influencer sollte in der Lage sein, Botschaften vom typischen Marketingsprech zu lösen und diese mit eigenen Worten umzuformulieren. Nur so gelingt eine authentische und persönliche Kommunikation.

Dabei ist es wichtig, nicht die eierlegende Wollmilchsau zu suchen, die jedes Thema bespielen kann. Es macht durchaus Sinn, sich divers aufzustellen. So kann die Geschäftsführung sich mit visionären Themen beschäftigen, die auf einer höheren Meta-Ebene liegen und eine allgemeine Richtung vorgeben. Experten können sich hingegen tiefergehend mit Themen beschäftigen und einen größeren fachlichen Mehrwert leisten. Achtet also auch auf die Vielfalt im Bereich Corporate Influencing und verteilt dieses Spektrum auf mehrere Schultern.

Eine weit verbreitete Vermutung: Corporate Influencer brauchen ein riesiges Netzwerk. Das stimmt nicht. Wie auch bei anderen Formen von Influencern (sowohl B2B, als auch B2C) zählt vielmehr die Qualität als die Quantität. Es gibt viele Influencer, die in ihrem „kleinen” Netzwerk sehr erfolgreich unterwegs sind, da sie ihre Follower besser erreichen. Man spricht dann vom Micro-Influencing.

 

Welche allgemeinen Vorteile bringt Corporate Influencing für das Unternehmen?

Die Marketingwelt da draußen ist sehr laut. Im B2C-Bereich gehören Influencerinnen und Influencer schon längst zum Marketingmix. Und das mit Erfolg. Influencing ist das Empfehlungsmarketing 2.0. Wir kaufen von Menschen, denen wir glauben und vertrauen. Auch im B2B kaufen Menschen von Menschen. Durch die persönliche Note, die ein Corporate Influencer einer eigentlichen Unternehmensbotschaft verleiht, entstehen Bindungen. Botschaften werden auf einmal relevanter, da sie von einer bekannten Person geteilt werden. Einer Person, die geschätzt und der geglaubt wird. Corporate Influencing steigert daher also die Aufmerksamkeit der Zielgruppe durch mehr Relevanz und einer auf Vertrauen basierten Kommunikation.

Ein weiterer Vorteil ist der direkte Austausch mit der Zielgruppe. Anders als bei vielen anderen Marketingaktivitäten entsteht ein Dialog. Unternehmen bekommen direktes und konstruktives Feedback. Richtig weitergeleitet und eingesetzt, kann dieses Feedback den zukünftigen Unternehmenserfolg sichern. Stichwort: Social Listening.

 

Wie kann ich als Unternehmen Corporate Influencing fördern?

In allererster Linie ist es wichtig, Corporate Influencing als strategischen Baustein zu verstehen. Welche Ziele sollen damit erreicht und welche Botschaften vermittelt werden? Habt ihr diese Fragen beantwortet, macht ihr euch auf die Suche nach den passenden Influencern in eurem Unternehmen.

Was Corporate Influencer dann benötigen, ist Freiraum. Zu viele Vorgaben schaden der Authentizität. Das bezieht sich insbesondere auf die Ausgestaltung der Botschaft – wie sie z.B. aufbereitet oder wann und wo sie kommuniziert wird. Ihr befähigt eure Corporate Influencer zudem, wenn ihr ihnen …

• … euer vollstes Vertrauen schenkt. Es ist okay, Fehler zu machen und daraus zu lernen.
• … die Zeit dafür einräumt. Corporate Influencing ist Arbeitszeit.
• … das richtige Equipment (z.B. Technik und Tools) zur Verfügung stellt.
• … die Möglichkeit bietet, sich weiterzubilden (u.a. Texten, Fotografieren, Präsentieren)
• … Budget zur Seite stellt, um z.B. Premium-Mitgliedschaften abzuschließen.

Es gibt diverse Möglichkeiten, eure (zukünftigen) Corporate Influencerinnen und Influencer zu unterstützen. Fragt einfach, wo sie am meisten Hilfe benötigen.

Alle genannten Qualifikationen und Maßnahmen nützen jedoch nichts, wenn ihr als Unternehmen kulturell noch nicht für Corporate Influencing bereit seid. Könnt ihr die Kontrolle abgeben, Freiräume bieten und eurem Team vertrauen? Dann steht dem ganzen nichts im Wege. Falls es nicht möglich ist, solltet ihr diese Initiative noch einmal kritisch hinterfragen. Mehr zu den neuen Anforderungen an Führungsqualitäten und Unternehmenskultur erfahrt ihr hier.

 

Was hat das Corporate Influencing mit der internen Kommunikation zu tun?

Ihr betreibt Corporate Influencing und habt einen funktionierenden Kanal für eure interne Kommunikation? Dann können diese beiden Bereiche nur voneinander profitieren. Anhand einiger Beispiele zeige ich euch konkret auf, wie ihr das Beste aus der Kombination herausholt:

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(1) Externe Themen intern aufgreifen

Inhalte, die von Corporate Influencern für die externe Kommunikation erstellt wurden, können auch für die interne Kommunikation spannend sein. Warum also nicht interessante Blogbeiträge oder Social Media Postings mit der Belegschaft teilen? Auch eine (Live-)Berichterstattung von euren Influencern im Social Intranet zu Vorträgen auf Events oder Diskussionen in den sozialen Netzwerken können einen Mehrwert kreieren. Zeitgleich können andere Abteilungen ihre Ideen teilen, so dass Influencer vom gesamten Unternehmen neue Impulse bekommen.


(2) Mit einer Community den Austausch fördern

Es gibt viele wichtige Themen, über die sich Influencer intern abstimmen können und auch sollten. Ich gehe gleich etwas genauer auf diese Themen ein. Dabei ist ein zentraler Ort, der einfach und unkompliziert zu erreichen ist, die Grundlage für einen gelungenen Austausch. Ihr habt ein Social Intranet? Perfekt. Gründet eine Community für den Austausch mit eurem externen Sprachrohr.


(3) Best Practices teilen

Idealerweise habt ihr mehrere Influencerinnen und Influencer in eurem Unternehmen. Umso wichtiger ist die Abstimmung und der Austausch untereinander. Welche Kanäle und Formate funktionieren gut? Welche Themen werden aktuell super heiß diskutiert? Best Practices zu teilen, ist für einen langfristigen Erfolg enorm wichtig. Und Communities eignen sich dafür hervorragend. Spannende Insights können zudem in einem Wiki festgehalten werden, so dass heranwachsende Influencer nicht bei Null anfangen.


(4) Strategien besprechen

Des Weiteren kann eine Community auch dazu genutzt werden, strategische Themen aus der klassischen externen Kommunikation bei den Corporate Influencern zu platzieren und dafür wichtige Dokumente direkt zu hinterlegen. Was sind kommende Produktneuheiten? Welche Unterlagen stehen dafür bereit? Und mit welcher Botschaft soll das Produkt vermarktet werden? Fragen, die geklärt werden sollten. Zeitgleich haben eure Influencer die Möglichkeit, sich bei Unklarheiten noch einmal unkompliziert und schnell abzusichern.


(5) Externes Feedback einsammeln

Corporate Influencer stehen im direkten Kontakt zu eurem (potenziellen) Kunden – und das idealerweise basierend auf einem guten Vertrauensverhältnis, das zu einem ehrlichen und meist konstruktiven Feedback führt. Nutzt eure Community auch dafür, dieses Feedback einzusammeln, zu clustern und in die entsprechenden internen Bereiche zu verteilen. So profitiert nicht nur die externe Kommunikation, sondern das gesamte Unternehmen vom Corporate Influencing.

 

Fazit

Corporate Influencing ist ein spannender Ansatz für die externe Kommunikation. Aber auch die interne Kommunikation kann durch den Austausch stark davon profitieren. Habt ihr schon Corporate Influencerinnen und Influencer in eurem Unternehmen – wenn auch nicht zwingend so betitelt? Falls ja, macht euch Gedanken, wie ihr diese Form der Kommunikation intern, z.B. durch Communities unterstützen könnt. Solltet ihr Corporate Influencing noch nicht als Kommunikationskanal nutzen, habt ihr jetzt eine Idee mehr, warum ihr es vielleicht doch tun solltet.

Neben dem sinnvollen Zusammenspiel von Corporate Influencing und der Internen Kommunikation, profitieren auch weitere Abteilungen davon. Darunter das Marketing, aber auch Sales sowie Human Resources. Employer Branding lässt grüßen.

Also: Corporate Influencer im Unternehmen richtig eingesetzt sorgen für extreme Mehrwerte und führen zu einer Win-Win-Win-Win-Situation.

Autor

Mattes Moormann

Als VP Marketing sorgt Mattes bei COYO für eine einheitliche Kommunikation. In unserem COYO Blog widmet er sich unterschiedlichen Trendthemen im Bereich Digital Transformation und Digital Workplace.

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